Kurzbeschreibung des Denkmals
Er heißt auch Hof der Myrten, Arrayanes oder des Teichs, je nach den Elementen, die ihn prägen. Der Palast wurde von Ismail I. begonnen, von Yusuf I. fortgeführt und 1370 von dessen Sohn Muhammad V. vollendet. Er war der offizielle Sitz des Sultans, auch wenn dieser weitere Paläste besaß. Comares beherbergte ursprünglich die ausführende Gewalt, die Regierung.
Man kann ihn in vier Bereiche teilen: zuerst den Nordkomplex von Comares mit dem Saal der Gesandten für private Empfänge und dem Saal der Barke zum Ruhen. Die Südseite war Konkubinen und Dienerschaft vorbehalten, die Ost- und Westseite den Gemächern der vier Frauen des Sultans.
Geschichte des Denkmals
Der Myrtenhof trug im Lauf der Zeit verschiedene Namen. Der heutige verdankt sich den Myrtenhecken, deren lebhaftes Grün mit dem weißen Marmorboden kontrastiert und die das Mittelbecken säumen. Man nannte ihn auch Teichhof, eben wegen dieses 34 x 7,10 m großen Beckens, das den Hof der Länge nach teilt und von zwei Marmorbrunnen an den Enden gespeist wird.
Zu beiden Seiten liegen zwei Gebäudeflügel; an den Schmalseiten erheben sich Säulengänge mit würfelförmigen Kapitellen und sieben Rundbögen, geschmückt mit durchbrochenen Rauten und Inschriften zum Lob Gottes. Der Mittelbogen ist größer als die übrigen sechs und hat volle Zwickel mit Ataurique und Muqarnas-Kapitelle.
Die Südgalerie hat an den Enden Nischen mit Muqarnas-Borden und der Inschrift: „Die Hilfe und der Schutz Gottes und ein glänzender Sieg für unseren Herrn Abu Abd Allah, Emir der Muslime“. Die allermeisten Inschriften dieses Hofes preisen Gott oder den Emir. Die Räume hinter dem Südportikus wurden für den Bau des Palastes Karls V. teilweise abgerissen. Im Obergeschoss liegt über einem Gang eine Galerie mit sechs Bögen und höherem Sturz in der Mitte, gestuften, mit Ataurique bedeckten Holzkonsolen und Holzgittern vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Wie gesagt sind mehrere Räume verschwunden, doch Spuren belegen ihre Existenz. Ihr Abriss nährte die Legende, Karl V. habe den Winterpalast der Alhambra zerstört, um seinen eigenen zu bauen; die Forscher sind sich zwar nicht einig, was sich in diesen Räumen befand, aber darin, dass es keinen Beleg für einen solchen Winterpalast gibt.
Die Seitenflügel dienten als Wohnräume der Frauen. Im Erdgeschoss verbinden (oder verbanden) mehrere Türen mit verschiedenen Räumen. Die Dekoration dieser Galerie, außer dem Fliesensockel, wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild des gegenüberliegenden Portikus erneuert.
Oben auf der Nordgalerie, hinter der sich der Comares-Turm erhebt, steht eine Brüstung mit zwei kleinen Ecktürmen, die 1890 nach dem Brand des Daches dieser Galerie und des folgenden Saals erneuert wurden. An den Enden der Galerie liegen Nischen mit Bögen, Kuppeln und Muqarnas-Borden über einem Fliesensockel vom Ende des 16. Jahrhunderts, der oben ein Gedicht Ibn Zamraks zu Ehren Muhammads V. nach der Eroberung von Algeciras 1368 trägt.

